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Gemischtes Doppel

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Gemischtes Doppel Ed Watzke

Gemischtes Doppel

Diese unspektakuläre Beschreibung einer Methode hat es in sich. Entwickelt wurde sie von Ed Watzke. Sie wird in der Mediation eingesetzt, um die Sichtweisen darzustellen und Verstehen für den anderen aufzubauen. Das Geniale: Die Medianten hören ihre eigene Darstellung vom Mediator wie dieser es seinem Kollegen erzählt. Außerdem hören sie die Sichtweise ihres Konfliktpartners – erzählt von dem anderen Mediator. Sozusagen ist es ein gewünschter Lauschangriff. Und wie wir alle wissen: wer lauscht, hört sehr genau zu.

Ablauf: Hierfür braucht es jeweils ein Doppel: also zwei Mediatoren und zwei Konfliktpartner.

  1.  Zu Beginn der Mediation geht jeder Mediator mit einem Konfliktpartner in ein Einzelgespräch in separaten Räumen. In diesem Gespräch erzählt der Mediant wieso, weshalb und warum der Konflikt entstanden ist. Er stellt seine Sichtweise dar und der Mediator befragt ihn, um sich ein Bild zu machen.
  2. Nach dem Einzelgespräch kommen die Mediatoren und Konfliktpartner in einem Raum wieder zusammen. Nun werden die Stühle so gestellt, dass die Mediatoren sich genau gegenübersitzen.  Die Medianten sitzen jeweils leicht schräg hinter den Mediatoren. Sie können jedem ins Gesicht schauen außer dem Mediator, mit dem sie im Einzelgespräch waren. Nun folgt der Vorschlag des Ablaufs und der Regeln durch die Mediatoren. Dieser beinhaltet:
    • Nochmals erklären wie die Stühle stehen und wer wem ins Gesicht schaut.
    • Ablauf erklären: Mediatoren berichten gegenseitig von der Geschichte des Medianten, mit dem sie im Einzelgespräch waren.
    • Regeln vorschlagen: Während des Gesprächs hören die Konfliktpartner zu und lassen den Inhalt, den sie hören, auf sich wirken. Nach dem Gespräch können Sie korrigieren oder ergänzen.
  3. Nun folgt das Gespräch der Mediatoren. Dabei verhalten sie sich so als wären sie allein. Keine Bewertung. Keine Interpretation. Anschließend drehen sie sich zu den Konfliktpartnern um.
  4. Jeder Mediator fragt nacheinander nun den Medianten, mit dem er im Einzelgespräch war, ob die Geschichte so stimmt. Erst, wenn der Mediant sich wiedererkennt, wird zum anderen Medianten gewechselt.

Ziele: Die Methode erweitert die Wahrnehmung der Medianten. Sie erzählen ihre Wahrnehmung dem Mediator und hören später ihre eigene Wahrnehmung und die Wahrnehmung des Konfliktpartners in einem Gespräch, das zwei Mediatoren führen. Das Ziel ist, dass die Konfliktpartner erkennen, dass beide Wahrnehmungen schlüssig in sich sind.

Quelle: Ed Watzke (2011): Äquilibristischer Tanz zwischen Welten. Auf den Weg zu einer transgressiven Mediation. 4., unveränderte Auflage, Forum Verlag Godesberg GmbH, Mönchengladbach, S. 34 ff.

Einzelmethode oder Teilnehmerkreis: 2 erfahrene Mediatoren, 2 Konfliktpartner

Benötigte Materialien:

  • 2 Räume für die Einzelgespräche
  • 4 Stühle

geschätzter Zeitaufwand: ca. 1,5 bis 2 Stunden

Im Anschluss an Methoden – welche Methoden folgen ggf?

  • Mit dem gemischten Doppel werden die Sichtweisen dargestellt. Anschließend folgt die Konflikterhellung.

Weitere Kategorien:

  • Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Mediation
  • Sichtweisen
  • Doppeln

eingereicht von Katja Jungmann www.pfeos.de

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