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Podcast dazu

Beim Rundwünschen sammeln die Teilnehmenden Wünsche zu einem konkreten Thema, einer Veränderung oder einer bestehenden Situation. Die Methode erinnert an Brainwriting bzw. die 6-3-5-Methode. Der Unterschied: Es werden zunächst keine fertigen Lösungsideen gesammelt. Die Wünsche dürfen erst einmal Wünsche bleiben.

Das ist besonders hilfreich, wenn eine Gruppe bereits weiß, woran sie arbeiten möchte, aber noch nicht klar ist, was den Einzelnen für die weitere Entwicklung wichtig ist. Durch das schriftliche Arbeiten bekommen auch Gedanken Raum, die in einer lebhaften Diskussion möglicherweise untergehen würden. Niemand muss schnell reagieren, einen Wunsch sofort begründen oder sich gegen Einwände verteidigen.

Wofür eignet sich Rundwünschen?

Die Methode eignet sich für Teams, Workshops, Mediationen und Veränderungsprozesse, wenn Wünsche und Vorstellungen gesammelt und anschließend zu gemeinsamen Themen, Zielen oder Vereinbarungen weiterentwickelt werden sollen.

Voraussetzung ist, dass das zu bearbeitende Thema bereits ausreichend geklärt ist. Wird Rundwünschen zu früh eingesetzt, entstehen leicht Wünsche wie „Ich wünsche mir, dass Peter endlich …“. Dann steckt im vermeintlichen Wunsch noch ein Vorwurf. In diesem Fall sollte zunächst geklärt werden: Was ist dir daran wichtig? Was soll stattdessen entstehen?

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Vorgehensweise

Zu Beginn steht eine konkrete Frage, zum Beispiel:

  • „Was wünschst du dir für unsere nächsten Besprechungen?“
  • „Was soll sich bei der Übergabe zwischen den beiden Bereichen verbessern?“
  • „Was wünschst du dir für die nächste Phase dieses Projekts?“

Die Frage sollte eng genug sein, damit die später gesammelten Wünsche tatsächlich miteinander zu tun haben. Eingefügtes Markdown

Jede Person erhält ein Blatt und schreibt einen Wunsch zur Fragestellung auf. Anschließend werden die Blätter in einer festgelegten Richtung weitergegeben.

Die nächste Person liest den vorhandenen Wunsch und ergänzt. Sie kann den Gedanken weiterführen, konkretisieren, einen anderen Aspekt hinzufügen oder einen weiteren Wunsch notieren. Danach wandert das Blatt weiter.

So sind mehrere Blätter gleichzeitig unterwegs. Nach und nach entstehen kleine Gedankenwege: Ein Wunsch wird aufgegriffen, erweitert oder mit einer anderen Perspektive verbunden. Eingefügtes Markdown

Die Auswertung ist entscheidend

Wenn die Blätter ihre Runde beendet haben, werden die Wünsche gemeinsam betrachtet. Jetzt geht es noch nicht sofort darum, zu entscheiden, was davon umgesetzt wird.

Zunächst wird untersucht:

Was steckt hinter dem Wunsch?
Welches Interesse oder Bedürfnis wird sichtbar?
Welche Wünsche tauchen mehrfach auf?
Welche gehören zusammen?
Wo gibt es Gemeinsamkeiten?
Wo bleiben unterschiedliche Interessen bestehen?

Gerade hier liegt die Stärke der Methode. Unterschiedliche Formulierungen können auf ein gemeinsames Interesse hinweisen. Wünsche nach früherer Abstimmung, nachvollziehbaren Entscheidungen und rechtzeitiger Information können beispielsweise auf ein gemeinsames Interesse an Beteiligung und Orientierung verweisen. Eingefügtes Markdown

Erst anschließend werden daraus konkrete Ziele, Vereinbarungen oder nächste Schritte entwickelt:

Wünsche sammeln → Interessen und Bedürfnisse herausarbeiten → bündeln → Ziele oder Vereinbarungen formulieren → nächste Schritte festlegen.

Rundwünschen in der Mediation

In einer Mediation eignet sich Rundwünschen besonders, wenn die Beteiligten ihre Sichtweisen ausgetauscht haben, die Konfliktthemen benannt und die dahinterliegenden Interessen weitgehend geklärt sind. Dann kann beispielsweise die Frage gestellt werden:

„Was wünschst du dir für die zukünftige Zusammenarbeit?“

Das schriftliche Vorgehen verlangsamt die unmittelbare Reaktion aufeinander. Ein Wunsch muss nicht sofort verteidigt werden. Manchmal entdecken Beteiligte beim Lesen sogar, dass sie etwas Ähnliches möchten, obwohl sie es bislang unterschiedlich formuliert haben. Eingefügtes Markdown

Darauf achten

Rundwünschen ist keine Abstimmung darüber, welcher Wunsch richtig oder realistisch ist. Während der Sammelphase sollte deshalb möglichst wenig bewertet werden.

Auch ein Wunsch ist noch keine Vereinbarung. Aussagen wie „Ich wünsche mir bessere Kommunikation“ müssen anschließend konkretisiert werden: Woran wäre die Veränderung erkennbar? Wer tut künftig was? Wann? Wie wird damit im Alltag gearbeitet? Eingefügtes Markdown

Kurz & praktisch

Geeignet für: Teams, Gruppen, Workshops und Mediation
Gruppengröße: ab ca. 4 Personen
Zeit: etwa 20–40 Minuten, je nach Gruppengröße und Auswertung
Material: Papier und Stifte
Besonders geeignet für: Wünsche sichtbar machen, Beteiligung ermöglichen, Gemeinsamkeiten erkennen, Ziele und Vereinbarungen vorbereiten

Praxistipp: Bei größeren Gruppen müssen nicht alle Blätter durch jede einzelne Hand gehen. Es können kleinere Runden gebildet werden. Entscheidend ist, dass mehrere Personen die Gedanken weiterentwickeln und die Ergebnisse anschließend gemeinsam ausgewertet werden. Eingefügtes Markdown

Du musst die perfekte Lösung noch nicht kennen. Du darfst erst einmal wünschen.

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