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Experimente im Alltag

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Experimente im Coaching

Neugier ist die treibende Kraft für Experimente im Alltag 

Neugier ist ein wundervoller Begleiter für unsere Kunden im Coaching und in der Mediation. Sie führt auf neue Wege – und was völlig unterschätzt wird: sie führt zu Bewegung. Bewegung hin zu Offenheit, zu Neuem, vielleicht auch zu etwas Verrücktem und ganz nebenbei zu Achtsamkeit. Experimente im Alltag locken die Neugier auch aus der hintersten Ecke. Und ganz nebenbei verlagern wir neues Wachstumspotenzial in den Alltag unserer Kunden.

Dir fehlt die Vorstellung? Ich möchte dich gerne einladen zu einem Beobachtungs-Experiment. Es dient dir zur Selbsterfahrung in deiner Arbeit als Coach und/oder Mediator.

Hier ist deine Forscheraufgabe, eine Hausaufgabe mit anderem Wording

Ersetze in der kommenden Coaching-Sitzung oder in der Mediations-Sitzung den Begriff „Hausaufgabe“ in „Experiment“.

Das sind deine Forschungsfragen:

  • Was beobachtest du bei deinem Kunden?
  • Wie reagieren sein Gesicht, seine Augen und die Mundwinkel auf das Wort „Experiment“.
  • Welche Veränderungen bemerkst du in der Körperhaltung?

Experimente wecken den Forscher in uns. Die Neugier ist sofort da und damit die Aufmerksamkeit. Entwickle mit dem Kunden Experimente, die dieser im Alltag beforschen kann. Hierbei passt nicht jedes Experiment zum Thema des Kunden. Das obige Beispiel ist ein Beobachtungsexperiment.

Es gibt auch Verhaltensexperimente oder Paradoxexperimente.

Beobachtungsexperiment

  • Lass den Kunden intensiv eine für ihn z.B. schwierige Situation beobachten. Dabei werden alle noch so kleinen, unscheinbaren Details aufgeschrieben, die gut sind – alle Gegebenheiten, die der Kunde auch zukünftig behalten möchte, weil er sie einfach GUT findet.
  • Der Fokus richtet sich auf positives, auf das was bewahrt werden soll und auch auf das, was vielleicht noch gar nicht wahrgenommen wurde.
  • Mit diesen Beobachtungen – vor allem auch die kleinen Unscheinbarkeiten – arbeitet ihr in der folgenden Sitzung weiter.

Verhaltensexperiment

  • Der Kunde erforscht in diesen Experimenten das Verhalten von den Menschen, die er als vorbildlich einstuft und auch gerne so wäre. Dafür nimmt er je nach Möglichkeit bzw. Absprache genau die Verhaltensweisen an, die er an anderen Menschen toll findet.
  • Auch hier schreibt er seine Erfahrungen auf. Inwieweit wurde das Verhalten bemerkt von anderen? Wie hat er sich gefühlt? War es leicht das Verhalten anzunehmen? Welche Schwierigkeiten traten auf? usw.
  • Diese Selbsterfahrung eröffnet neue Handlungsmöglichkeiten, verändert den Blick auf die eigene Person und auf andere Menschen.
  • Mit den Ergebnissen arbeitet ihr in der folgenden Sitzung weiter.

Paradoxexperiment

  • Hier ist der Name Programm. Dieses Forschungsexperiment erfordert genau das Gegenteil von dem, was der Kunde erreichen will. Es ist sozusagen eine Übertreibung dessen, was der Kunde an sich z.B. als Schwäche wahrnimmt.
  • Dieses Experiment erfordert Mut. Und es ist absolut okay, wenn du mit dem Kunden ein paradoxes Experiment entwickelst und dieser es dann nicht durchführt. Es hat eine Bedeutung. Hinterfrage diese bei der nächsten Sitzung z.B. mit der Frage: „Was brauchen Sie, um dieses Experiment durchzuführen?“.
  • Paradoxe Experimente erfordern Vertrauen, Fingerspitzengefühl und auch ein wenig Verrücktheit. Ein Beispiel wäre: Eine Kundin beklagt sich im Coaching über ihre Inkonsequenz in der Erziehung ihrer Kinder. Sie wünscht sich konsequenter zu sein. Ein Paradoxexperiment wäre hier beispielsweise: Sie verhält sich einen halben Tag lang ihrer Familie gegenüber völlig inkonsequent. Sobald sie das Gefühl hat sie müsste konsequent sein, versucht sie inkonsequent zu sein.
  • Mit den Erfahrungen, Gefühlen und evtl. Rückmeldungen werden in der nächsten Sitzung weitergearbeitet.

Ziele:

  • Motivation zur Selbstreflexion, Reflexion von bestimmten Situation … zwischen Coaching- und Mediationssitzungen
  • Spaß und Neugier zu kombinieren und dabei fruchtbare Ergebnisse zu schaffen
  • Unterstützung der Entwicklungsprozesse
  • Eigenverantwortung

Quelle: vgl. Martin Wehrle: Die Coaching-Schatzkiste. managerSeminare Verlags GmbH, 2. Auflage, 2018.

Einzelmethode oder Teilnehmerkreis: Beides bis kleine Gruppen

Benötigte Materialien: Schreibmaterial

Geschätzter Zeitaufwand: je nach Experiment (einmalige bis tägliche Umsetzung) – die Besprechung der Ergebnisse wird in die kommende Sitzung integriert und weitere Maßnahmen abgeleitet.

Im Anschluss an Methoden – Welche Methoden folgen?:

  • Visualisierung der Ergebnisse
  • Erkenntnisse gewinnen aus den Ergebnissen
  • Maßnahmen planen

Weitere Kategorien:

  • Kreativität
  • Kommunikation
  • Weiterentwicklung
  • Reflexion
  • Wahrnehmung

Anekdoten aus der Praxis:

Ich habe das o.g. Experiment durchgeführt und „Hausaufgabe“ durch „Experiment“ ersetzt. Mein Coachee richtete sich auf und der Oberkörper bewegte sich nach vorn. Die Augen wurden groß und das Gesicht fing an zu strahlen „Ein Experiment? Ohja. Was denn für eins?“. Da war der Stift schon gezückt.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Experimentieren. Herzliche Forschergrüße

eingereicht von Katja Jungmann für Methodenundmehr www.pfeos.de

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One thought on “Experimente im Alltag

  1. Coole Idee, liebe Katja,
    mache ich gleich morgen bei meinem nächsten Coaching.
    Mega Danke dafür
    Christine

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