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Doppeln

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Kurzer Inhalt

Es ist eine gute Methode, um Gefühle, Bedürfnisse und Gedanken für das Gegenüber auszusprechen, die ihm/ihr nicht bewusst sind, oder die sie/er aus den unterschiedlichste Gründen nicht auszusprechen vermag.

Mit dem Satz: „Darf ich mal neben Sie treten und an Ihrer Stelle etwas sagen, und Sie sagen dann, ob das stimmt oder nicht?“ wird das Doppeln eingeleitet. Es ist hilfreich, sich an diesen Satz wörtlich zu halten, da er möglichst knapp das ausdrückt, was geschehen wird, ohne dabei viel Irritation oder Abwehr/Widerstand zu produzieren. Erst wenn der Mediator ein „Ja“ erhalten hat, steht er auf, geht (langsam) neben die zu doppelnde Person und lässt sich mit Blick zu der anderen Konfliktpartei in die Hocke nieder. Danach wird in der Ich-Form und in der Rolle der Konfliktpartei gesprochen. Es wird das ausgesprochen, was der Mediator verstanden hat, und das was die Konfliktparteien nicht direkt gesagt haben.

Am Ende ist es wichtig zu spiegeln und die Konfliktpartei zu fragen, ob es so stimmt. Am Schluss des Doppelns geht der Mediator zurück an seinen Platz und fragt die andere Partei: „Wie reagieren Sie darauf?“ oder „Was sagen Sie dazu?“ (er fordert zum „Dialogisieren“ auf).

Dann wird „gewechselt“ und die andere Partei gedoppelt. Achten Sie bitte darauf, dass alle Parteien gleichmäßig gedoppelt werden! Es kommt sonst zu einem Ungleichgewicht.

Ziele

Vor allen „unausgesprochene Gefühle“ können dadurch sichtbar gemacht werden.

Quellen

Psychodrama

Teilnehmerkreis

Bei Konfliktlösungen und vor allem Mediation

benötigte Materialien

keine

geschätzter Zeitaufwand

Hängt sehr vom Konflikt ab, sollte aber nicht in die Länge gezogen werden.

Gleichmäßig auf beide Parteien verteilen! Die Faustregel besagt: A – B – A –

B – … spätestens nach zweimal A muss einmal B drankommen

Im Anschluss an Methoden – Welche Methoden folgen ggf.

Alle anderen Methoden können folgen. Das Doppeln wird gemeinsam, nach oder vor Perspektivenwechsel, Aktives Zuhören, Spiegeln, Nachfragen eingesetzt.

Aus der Praxis

Wenn der Mediator den Konfliktdialog „vertiefen“ möchte, ist das Doppeln die Methode der Wahl. Inhaltlich ist der Mediator beim Doppeln völlig „frei“ –Er kann vertiefen, vervollständigen, verlangsamen, drastifizierten, konkretisieren, vermuten, phantasieren.Ferner kann er auch nur Teilaspekte des gerade ablaufenden Dialogs her ausgreifen und durch das Doppeln hervorheben. Oder eben auch ganz Neues einbringen.

eingereicht von Beate Maron

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