.

Das Ikigai -Modell

Posted on

Ikigai-Modell

Der Begriff „Ikigai“ steht für eine Lebenseinstellung. Er stammt aus dem Japanischen und bedeutet übersetzt in etwa „das, wofür es sich zu leben lohnt“, „Freude und Lebensziel“ oder „etwas, wofür es sich lohnt, am Morgen aufzustehen“.

Dieses Tool ist wunderbar für Fragen nach Selbstverwirklichung / Sinn unseres Lebens geeignet.

Die Fragen im Tool beleuchten umfassend die Lebensituation des Coachee.

Mögliche Anwendungsgebiete könnten Umbruchsituationen, Suche nach neuen Perspektiven oder Potenzialentwicklung sein. Stärken, Werte und Leidenschaften werden sichtbar und (ganz wichtig) zudem werden Bereiche deutlich, in denen ein Mangel herrscht / die vernachlässigt wurden.

Daran anschliessend bietet sich ein Tool zu Zielfindung / Zielentwicklung an – sowohl für die schwachen Bereiche als auch die „erfüllten“ Teile die der Coachee weiter ausbauen will.

Benötigte Materialien

Flipchart / A3 Papier / Post-its / versch. Farben

Vorgehensweise

1. Bestandsaufnahme

Die vier Segmente (vier farbige Kreise) werden mit dem Coachee durch Fragen nach und nach gefüllt. Die Reihenfolge ist grundsätzlich egal, fag damit an, was für den Klienten am leichtesten ist.

Folgende Beispiele für Fragen (bitte gerne eigene erarbeiten) können für die Erarbeitung der einzelnen Bereiche verwendet werden:

  • Rot: Was liebst Du?
  • Was begeistert Dich? Was kannst Du unendlich lange tun, ohne müde zu werden? Wenn Du den ganzen Tag das tun könntest, was Du am liebsten machst, was tust du?
  • Worüber könntest Du stundenlang reden? Wie verbringst Du Deinen Urlaub am liebsten? Wann vergisst Du alles um Dich herum / bist Du im Flow?
  • Was hast Du als Kind geliebt? Wie hast Du am liebsten Deine Ferien verbracht?
  • Gelb: Was kannst Du gut?
  • Welche Talente hast Du? Was kannst du besser als andere? Welche ungewöhnlichen Fähigkeiten hast Du? Hast Du spezielle Hobbies?
  • Was hast Du gelernt? Welche Profession / Wo bist du Spezialist? Welche Ausbildung, Studium, Weiterbildung?
  • (es geht auch um vermeintlich „unwichtige“ Fähigkeiten für den Klienten, wie Kirschkernspucken, Zunge rollen, besonders ordentlich sein… )
  • Grün: Wofür wirst Du bezahlt?
  • Was ist Dein Beruf? Woher kommt Dein Einkommen? Welche Einnahmen hast Du (noch)? Wo fehlt es ggf.?
  • Blau: Was braucht die Welt von Dir?
  • Was sind Deine Werte und was entspricht diesen? Worin siehst Du einen Sinn, was erfüllt Dich? Was soll in Erinnerung bleiben, wenn Du nicht mehr da bist? Wo siehst Du Deinen größten Nutzen?
  • Was würde sofort auffallen, wenn Du mal ein paar Wochen nicht da wärst? Was würde liegenbleiben / nicht erledigt werden? Wo oder wem würden Sie konkret fehlen?

2. Überschneidungen herausfinden

Entweder nimmt man für jeden Kreis einen großen A3 Bogen Papier oder klebt farbige Post-its direkt auf die Flipchart Zeichnung. Ggf. Pinnwand in vier Segmente aufteilen wenn es sehr umfangreich wird.

Durch die Visualisierung werden Überschneidungen deutlich – der Coachee kann die Dinge auch an die Ränder des Papiers schreiben / Post-its auf die Grenzen zwischen zwei Bereichen kleben.

Man kann Gemeinsamkeiten in den einzelnen Bereichen farbig umkreisen, so wird eine Tendenz erkennbar. Manchmal zeigt sich hier schon eine Besonderheit, die Hinweis auf ein „Ikigai“ geben kann.

3. Herausfinden von schwachen Segmenten / Wenn Bereiche schwer zu bearbeiten sind.

Manchmal sind einer oder auch mehrere der vier Bereiche für den Coachee nicht so einfach zu beantworten.

Dahinter kann ein limitierender Glaubenssatz oder eine innere Bewertung, dass „man sowas nicht sagen kann“, stecken. Hier braucht der Coachee Unterstützung. Ggf. eine klassische Erlaubnis aus der TA.

Tipp: Du kannst den Coachee ermutigen, genau das zu notieren, was nicht angemessen erscheint („Was ich mir wirklich wünsche..“) und sich einmal ganz frei äußern, ohne sie innerlich zu bewerten. Dahinter kann ein zu entdeckender, tiefer Wunsch und ein Hinweis auf eine nicht gelebte Leidenschaft stecken.

4. Zwischenbilanz ziehen

Die Arbeit mit dem Modell ist fließend – es entwickelt sich nach und nach. Manchmal braucht der Coachee noch Zeit, daher können Fragen nicht gleich beantwortet werden. Oder es gibt Limitierungen, die noch im Weg stehen und Ansatz für weitere Arbeit mit dem Coachee sind.

Man kann das Modell auch längerfristig einsetzen, der Coachee erhält eine Art Hausaufgabe im Alltag darauf zu achten, was er gerne tut / Talente zu entdecken / Talente und Begabungen auch bei Dritten abzufragen. Dies könnte der Coachee sogar mit einem Art Tagebuch tun.

Nutzen des Ikigai-Modells

Das Ikigai -Modell ist wie eine Landkarte für weitere Schritte / Entwicklung. Geliebte Bereich können verstärkt werden (Frage nach den Zielen entwickeln) wenn diese Bereiche noch kein Einkommen bringen, kann nach anderen Quellen Ausschau gehalten werden. Oder aber für die Schwachen Bereiche können Ressourcen entdeckt werden. Das Vorgehen wird immer wieder mit dem Coachee abgestimmt und das Modell ist eine gute Basis für die Arbeit.

Ikigai Modell                      © gesehen bei Landsiedel Seminare, umformuliert
Danke. Anmerkung: Wir finden, es hat Ähnlichkeit Ähnlich mit den TZI Erlebnisbereichen von Marie Jahoda.

eingereicht von Christine Breyer , | Coaching & Training  | www.IMPULSE-ALLGÄU.de

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.