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Das Riemann-Thomann-Modell

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Riemann-Thomann-Modell

Die vier menschlichen Grundausrichtungen im nach den gleichnamigen “Erfindern” Riemann-Thomann-Modell lassen sich auch bei Gruppen / Teams beobachten.
Grundsätzlich gilt: „Menschen mit ähnlichen Hauptausprägungen, kommen besonders gut miteinander klar, da sie Ansichten, Werte und Verhaltensweisen teilen“.

Ausprägung im Riemann-Thomann-Modell immer vom Kontext abhängig

Allerdings hängt die Stärke der Ausprägung immer vom Kontext, der jeweiligen Situation, ab. Zudem werden auch Krisen und Dissonanzen auf charakterische und unterschiedliche Weisen bewältigt.
Beispiel: Zuhause ein totaler Familienmensch, die starke Näheorientierung kann in anderen Lebensbereichen zurückgestellt werden. Im Job zeigen sich Professionalität und respektvollen Abstand zum Chef, Sachlichkeit und Logik – eher distanzorientiert.

Das heißt auch, je nach Rolle kommen wir mit unterschiedlichen Menschen klar. Macht obiges Beispiel im Privatleben Schwierigkeiten, hat man zum Gleichen Mensch im Berufsleben einen guten Draht.

Team-Persönlichkeiten

Mit Riemann-Thomann können wir die Team-Persönlichkeit besser verstehen, und damit wie die Mitarbeiter zusammen interagieren.

Es gibt vier mögliche Team-Persönlichkeiten

Dauer-Distanz Teams

Vorherrschend ist Disziplin, Sachlichkeit, Organisation. Es werden gute Ergebnisse durch logisches, systematisches Arbeiten erzielt, Strukturen und Routinen für optimierte Abläufe sind normal. Der zwischenmenschliche Zusammenhalt kann dabei zu kurz kommen.

Dauer-Nähe Teams

Das Team zieht zusammen an einem Strang, gegenseitige Hilfe und ein enges Verhältnis ist üblich. Dabei fallen unterschiedliche Denkweisen gerne „hinten runter“. Bei übertriebener Nähe können die Ergebnisse leiden, wenn aufgrund zu viel Harmonie das produktive Arbeiten / kritisches Hinterfragen fehlt.

Wechsel-Distanz Teams

Die Kollegen sind eigenständig, es wird im Team gearbeitet, allerdings ist der Bereich, der jeder einzelne hat, klar abgegrenzt. Unterschiedliche, innovative und erfolgversprechende Ideen entstehen so, allerdings werden diese oft nicht weiterverfolgt weil Bindung im Team und Beständigkeit fehlen. Lieber folgt man neuen, spontanen Ideen.

Wechsel-Nähe Teams

Eine gute Mischung aus Flexibilität, Ideenreichtum und Risikobereitschaft, sowie Unterstützung, Zugehörigkeit und Teamgefühl – im Grunde die optimale Mischung.

Behinderungen im Riemann-Thomann-Modell

Die beiden Ausprägungen können sich allerdings gegenseitig behindern, wenn das spontane, „unberechenbares“ Verhalten der sehr wechselorientierte Teammitglieder, mit dem stark ausgeprägten Nähebedürfnis der anderen kollidiert.

Die Zusammensetzung der Gruppe legt die Team-Persönlichkeit fest. Die überwiegenden Ausprägungen prägen die Zusammenarbeit.

Das können Teams aus dem Riemann-Thomann-Modell lernen:
Es finden sich Antworten auf Fragen wie:

  • Wo liegen die Stärken im Team?
  • Wo sind die zu berücksichtigenden Schwächen?
  • Förderliche / entgegenzuwirkende Entwicklungen?
  • Bsp. bei distanzgeprägten Teams Betriebsklima und Zusammenhalt fördern. Bei nähegeprägten Teams den Ergebnisfokus stärken.
  • Erfolgreiche Teams haben alle Ausprägungen
  • Extreme Ausprägungen vermeiden – dafür eine gute Balance aus allen vier Grundtypen schaffen, das bringt den größten Erfolg. Denn so können die unterschiedlichen Stärken kombiniert und vermeintliche Schwächen ausgeglichen werden.
  • Alle Persönlichkeiten einbinden

Nicht alle Teammitglieder werden sich, aufgrund Ihrer Ausprägung, perfekt wohl und integriert fühlen. Integriert und berücksichtigt man auch die Persönlichkeiten, die nur selten im Team vorkommen, bieten sich Vorteile: es kommen Inputs in neue und andere Richtungen, statt dass alle nur in die eine Richtung blicken.
Bsp. Team ist vor allem nähe- und dauerorientiert, ein Kollege hat jedoch eine ausgeprägte Distanzorientierung

Beeinflussung beim Recruiting

Nutzt man das Modell um eine geeignete Person für das Team zu finden, kann gezielt nach dem gesucht werden, was noch benötigt wird. Struktur / Stabilität: dauerorientierte Person, Wechselorientierte bringen Dynamik, Innovation und Kreativität.

eingereicht von Christine Breyer, Pressesprecherin DCMV www.dcmv.de

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