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Das Johari-Fenster gehört zu den bekanntesten Modellen der Kommunikationspsychologie. Es unterstützt dabei, Selbst- und Fremdwahrnehmung besser zu verstehen und macht sichtbar, warum Missverständnisse, Konflikte oder blinde Flecken entstehen.

In der Mediation hilft das Modell, Gespräche zu strukturieren und gezielt zu überlegen, welche Intervention gerade hilfreich sein kann.

Das Modell unterscheidet vier Bereiche, die beschreiben, welche Informationen bekannt oder unbekannt sind – sowohl für die Person selbst als auch für andere.

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Hier befinden sich Informationen, Eigenschaften und Verhaltensweisen, die offen sichtbar und besprechbar sind.

Beispiele

  • ausgesprochene Bedürfnisse
  • bekannte Erwartungen
  • offen kommunizierte Gefühle
  • geklärte Rollen
  • transparentes Verhalten

Was hilft?

  • offene Kommunikation
  • Ich-Botschaften
  • Klärungsgespräche
  • Transparenz
  • gemeinsame Reflexion

Hilfreiche Fragen

  • Was sollte ausgesprochen werden, damit es für alle sichtbar wird?
  • Was wissen wir bereits übereinander?
  • Was ist bereits geklärt?

Hier liegen Verhaltensweisen oder Wirkungen, die andere wahrnehmen, die mir selbst jedoch nicht bewusst sind.

Beispiele

  • dominante Wirkung
  • Rückzug
  • Ungeduld
  • Ironie
  • Körpersprache
  • bestimmte Gewohnheiten

Was hilft?

  • Feedback
  • Spiegeln
  • Doppeln
  • Beobachtungen zurückgeben

Hilfreiche Fragen

  • Wie erleben andere mich?
  • Welche Wirkung könnte mein Verhalten haben?
  • Was nehme ich selbst möglicherweise nicht wahr?

Der blinde Fleck wird kleiner durch Feedback.

Hier befinden sich Gedanken, Gefühle, Bedürfnisse oder Motive, die bewusst oder unbewusst zurückgehalten werden.

Beispiele

  • Angst
  • Scham
  • Unsicherheit
  • Enttäuschung
  • unausgesprochene Wünsche
  • persönliche Bedürfnisse

Was hilft?

  • Vertrauen schaffen
  • offene Fragen
  • aktives Zuhören
  • Gefühle und Bedürfnisse benennen
  • eine sichere Gesprächsatmosphäre

Hilfreiche Fragen

  • Was wurde noch nicht ausgesprochen?
  • Was halten Sie zurück?
  • Was wäre wichtig, dass die andere Seite erfährt?

Der verborgene Bereich wird kleiner durch Offenheit und Selbstoffenbarung.

Hier liegen Potenziale, Ressourcen oder Möglichkeiten, die bisher noch nicht entdeckt wurden.

Beispiele

  • ungelebte Fähigkeiten
  • neue Lösungswege
  • verborgene Ressourcen
  • unerwartete Reaktionen
  • Entwicklungsmöglichkeiten

Was hilft?

  • Perspektivwechsel
  • Stuhlarbeit
  • Timeline
  • Zukunftsfragen
  • Kreativmethoden
  • gemeinsames Erkunden

Hilfreiche Fragen

  • Was haben wir noch nicht betrachtet?
  • Welche Möglichkeiten könnten entstehen?
  • Was wäre denkbar?

Der unbekannte Bereich wird kleiner durch Erfahrung, Exploration und neue Perspektiven.

Das Johari-Fenster hilft dabei,

  • unterschiedliche Wahrnehmungen sichtbar zu machen,
  • Missverständnisse zu reduzieren,
  • Feedback konstruktiv zu nutzen,
  • Offenheit und Vertrauen zu fördern,
  • Perspektivwechsel zu ermöglichen und
  • Entwicklungspotenziale zu erkennen.

Besonders hilfreich ist das Modell bei Teamkonflikten, Beziehungskonflikten, Rollenklärungen, Feedbackprozessen und überall dort, wo Annahmen, Interpretationen oder fehlende Informationen die Zusammenarbeit erschweren.

BereichHilfreiche Interventionen
Öffentliche PersonOffene Kommunikation, Klärung, Transparenz
Blinder FleckFeedback, Spiegeln, Doppeln
Verborgener BereichVertrauen, Selbstoffenbarung, offene Fragen
Unbekannter BereichPerspektivwechsel, Stuhlarbeit, Timeline, Zukunftsarbeit

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