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Clean Language

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Clean Language

Durch individuelle Annahmen, Erfahrungen, Metaphern und Glaubenssätze habt jeder Mensch eine bestimmte Vorstellung von der Welt. Wir müssen darauf achten, die Erzählungen der Klienten nicht zu beeinflussen und aufpassen, unsere eigenen Vorstellungen nicht auf den Klienten zu projizieren, sondern ihn seine Welt aus seiner Sicht beschreiben lassen. Dabei hilft Clean Language.

Was ist „Clean Language“?

Mit Clean Language können Klienten mit Metaphern und Symbolen ihre Erfahrungen beschreiben, es ist ein essentieller Bestandteil des symbolischen Modellierens, entwickelt von Tompkins/Lawley.

Es geht vor allem nicht um Einflussnahme auf den Klienten, sondern um Formgebung der Hintergründe. Der Coach nutzt die Symbole und Metaphern, die der Klient benutzt.

Beispiel:
Klient: “Die Farbe weiß spricht mich an“
Coach: “Und was sagt Dir die Farbe weiß?“
Klient: “Das liegt mir wie ein Stein im Magen“
Coach: “Wie konnte der Stein dorthin gelangen?“

Achtung: Metaphern und Symbole sind sehr mächtig.

Durch die unterstützende Wirkung der Symbole wird dem Klienten das Verstehen der Erfahrungen und Konzepte erleichtert und die „mentale Landkarte“ kann leichter beschrieben und erkundet werden.

Drei Funktionen von Clean Language für den Klienten

  • Er hat das Gefühl, verstanden, anerkannt und respektiert zu werden
  • Seine Aufmerksamkeit wird auf einzelne Aspekte seiner eigenen Wahrnehmung gelenkt
  • Er wird zur Selbsterkundungsreise in seiner Erlebniswelt ermutigt

Mit Clean Language verwenden wir Worte, Intonationen, nonverbale Signale, die möglichst den Klienten spiegeln, um ihm das Gefühl der Vertrautheit zu geben.

„…, weil…“ vermeiden, durch ein schlichtes „und“ ersetzen.

Stimmlage: minimal tiefer stellen + langsamer sprechen.

Merkmale der Sprache des Klienten: Besonderheiten übernehmen.

Beispiel Clean Language

Klient: “Ich fühle mich komisch.“

Keine Clean Language
Coach: “Sind Sie krank?“, „Haben Sie Bauchschmerzen?“, „Deprimiert Sie etwas?“

Der Coach äußert Annahmen über den Gesundheitszustand des Klienten bzw. vermutet, dass er deprimiert über etwas sei.

Clean Language
Coach: “Was für eine Art „komisch“?“ „Wo fühlen Sie sich komisch?“, „Was passiert genau bevor Sie sich komisch fühlen?“

Der Klient wird ermutigt, sein Gefühl näher zu erklären/ zu beschreiben.

Beispiel – Sprachelemente

Klient: “Ich stecke fest.“
Coach: “Und Sie stecken fest, und wenn Sie feststecken, was für eine Art Feststecken ist dieses Feststecken?“

Die Wiederholung des Gesagten gibt dem Klienten das Gefühl des Verständnisses und behält die Metapher bei.
“Was für eine Art“ Dies ermutigt zum weiteren Beschreiben (offene Frage)
Und beeinflusst nicht. “ist dieses Feststecken“ Rückgriff auf die ursprüngliche Bedeutung für den Klienten.

Die 12 Basis-Fragen

Es gibt eine Gruppierung mit 12 typische Clean Language-Fragen – in die Bereiche Entwicklung (die derzeitige Sicht), Zeitbewegung und Intention.

Ermittlung von Eigenschaften

  • „Und welche Art von (Worte des Klienten) ist dieses (Worte des Klienten)?“
  • „Und gibt es da noch etwas über (Worte des Klienten)?“

Örtliche Informationen

  • „Und wo ist (Worte des Klienten)?“

Beziehung

  • „Und gibt es eine Beziehung zwischen (Worte des Klienten) und (Worte des Klienten)?“
  • „Und wenn (Worte des Klienten), was passiert dann mit (Worte des Klienten)?“

Metapher-Übergang

  • „Und dieses (Worte des Klienten) ist wie was?“

Zeitbewegung

  • Zukunftsgerichtet: “Und was passiert als nächstes?“
  • Vergangenheitsgerichtet: “Und was passiert direkt bevor (Worte des Klienten)?“
  • Quelle: “Und woher könnte (Worte des Klienten) kommen?“

Intention

  • Gewünschtes Ergebnis: “Und was würden Sie (oder Worte des Klienten) wollen, dass passiert?“
  • Notwendige Bedingungen: “Und was braucht es, damit (Worte des Klienten) passiert?“, „Kann (Worte des Klienten) passieren?“

Die Fragen dienen dazu, dass der Klient, seine Erfahrungen, Annahmen und Glaubenssätze intensiv kennenlernen kann.

Einzelübung
Mit dieser Übung kann man seine Reaktionsmöglichkeiten in Situationen erweitern.

Metapher für das altes Verhalten
Frage: „Wenn ich wütend bin, und unangemessen reagiere, dann ist das wie …?“

Metapher oder Symbol auf ein Blatt Papier notieren und folgende Fragen stellen:

  • „Was für eine Art ist dieses….“
  • „Gibt es da noch etwas über …?“

Ggf. das Bild noch erweitern.

Metapher für dein neues Verhalten
Frage Dich: „Wenn ich anders reagiere, ist das wie …?“

Metapher oder Symbol auf ein Blatt Papier notieren und folgende Fragen stellen:

  • „Was für eine Art ist dieses….“
  • „Gibt es da noch etwas über …?“

Ggf. das Bild noch erweitern.

Wie kann Metapher 1 in Metapher 2 umgewandelt werden?

Zeichnungen vergleichen und diese Fragen stellen.

  • „Was ist das ERSTE, was passieren müsste, damit Metapher 1 zu Metapher 2 wird?“
  • „Was ist das LETZTE, was passieren müsste, damit Metapher 1 zu Metapher 2 wird?“

Zeit nehmen, verrückte Ideen nicht ablehnen, die richtige Lösung wird dir klar.

  • Übersetzung in den Alltag
  • Wie kann diese Lösung in den Alltag übersetzt werden?
  • Wie wird diese Information Dein neues Verhalten leiten?
  • Wiederholung des neuen Verhaltens

Gewöhnung und Verinnerlichung: Stell Dir folgende Fragen:

  • Wie sieht meine Körperhaltung aus?
  • Was fühlst Du in Dir?
  • Worauf zielt deine Aufmerksamkeit?
  • Was sagst Du und wie sagst Du es?

eingereicht von Christine Breyer www.IMPULSE-ALLGÄU.de

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