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Babuschka-Methode

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Babuschka-Methode

Die Babuschka-Methode ist entwickelt worden für Trainings und Teamarbeit auf Grund einer Idee der Methode im Bereich politische Bildung.

Zweck der Babuschka-Methode

Babuschka, Matruschka oder auch Matrojschka werden die russischen Holzpuppen genannt, die in ihrem Bauch weitere kleinere Holzpuppen verstecken. Alle ausgepackt, ergeben häufig sechs bunt bemalte Babuschkas. Die Größte von ihnen bewahrt alle anderen sicher in sich. Wie ein Überraschungsei kann jede der Holzpuppen geöffnet werden. Dabei kommt eine immer kleiner werdende Babuschka, die wiederrum eine kleinere Babuschka in ihrem Bauch inne hat, hervor. Bis ein kleines Püppchen übrig bleibt. Nebeneinander gestellt (von groß zu klein) ergeben die Babuschkas ein Familienbild.

Wolfgang Pfisterer (c)

Babuschka Bild von Wolfgang Pfisterer

Ziele der Babuschka-Methode

Das Prinzip des Überraschungsei’s macht sich diese Methode zunutze. Sie ist im Coaching geeignet Interessen zu präzisieren und auch zu strukturieren, Klarheit zu schaffen, was dahinter steckt. Genannte Ideen bzw. Gedanken werden hinterfragt nach dem noch verborgenem Interesse. Mit jeder Babuschka wird nach dem „Was steckt dahinter?“ gefragt. Auf diese Weise werden tiefer liegende Wünsche oder Bedürfnisse langsam  aufgedeckt bzw. ans Tageslicht geholt, an die anfangs noch nicht gedacht wurde.

Durchführung

  • Schreiben Sie einen vorhandenen Gedanken oder eine Idee auf einen selbstklebenden Notizzettel. Kleben Sie diesen an die Babuschka.
  • Nun stellen Sie dazu die Frage:“ Was steckt wohl dahinter?“
  • Öffnen Sie die Babuschka, eine weitere Babuschka kommt zum Vorschein. Suchen Sie nun die Antwort auf die Frage: „Was steckt wohl dahinter?“.
  • Diese Antwort schreiben Sie wieder auf einen selbstklebenden Notizzettel und kleben ihn an die Babuschka. Es stehen jetzt zwei Babuschkas da. Auf die neue Antwort stellen Sie wieder die Frage: „Was steckt dahinter?“.
  • Öffnen Sie die Babuschka, um die Reihe um eine weitere Holzpuppe zu erweitern. Kleben Sie die nächste Antwort der Frage an die Puppe.
  • Wenn Sie alle Puppen geöffnet haben, klebt an jeder Puppe ein Notizzettel mit einer Antwort außer an der Ursprungs-Babuschka. An ihr klebt sozusagen der Ursprungsgedanke.
  • Nun sind alle Antworten sichtbar. Nutzen Sie die Möglichkeit die einzelnen Antworten nach ihrer Wichtigkeit zu bewerten: „Was ist mir besonders wichtig?“.
  • Anschließend arbeiten Sie mit den Erkenntnissen weiter, z.B. um Themen zu entdecken und zu priorisieren oder auch mit den Gefühlen in Verbindung zu bringen.

Sie unterstützen Ihren Coachee dabei, Mut zu finden Themen anzusprechen, die für den Prozess relevant sind. Die Puppen sehen nämlich so freundlich aus, dass sich ihre Unbekümmertheit auf die Beteiligten übertragen wird.

Quelle: gefunden in der Methodendatenbank der Bundeszentrale für politische Bildung (www.bpb.de)

Anwendung

Sowohl als Einzelmethode anwendbar und in der Gruppe (2 bis 15 Personen).

Ab 8 Jahre geeignet. Es ist eine Methode für Kinder und Jugendliche. Meiner Meinung nach ist sie auch mit Erwachsenen durchführbar.

Materialien

  • 1 Babuschka-Puppe
  • kleine (selbstklebende) Zettel
  • Klebeband

Geschätzter Zeitaufwand: 30 – 60 Minuten

Im Anschluss an Methoden – Welche Methoden folgen ggf.?

  • Maßnahmenplan
  • SMART

Weitere Kategorien:

  • Bedürfnisse
  • Werte
  • Gefühle
  • Kreativitätstechnik

Varianten

Ich könnte mir vorstellen, die Babuschka auch einzusetzen in der Mediation mit geeigneten Konfliktpartnern oder im Konfliktcoaching. Die einzelnen Puppen können darstellen, was jeder von anderem denkt und im weiteren Gespräch wird die Wahrheit ans Licht kommen. Also dass jede Partei eine Antwort gibt und beide Zettel vor die dazugehörige Puppe gelegt wird. Praktisch habe ich das noch nicht ausprobiert. Über weitere Ideen wäre ich diesbezüglich dankbar, weil die Puppen einfach haptisch einsetzbar sind.

eingereicht und bearbeitet von Katja Jungmann für www.pfeos.de

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4 thoughts on “Babuschka-Methode

  1. Eine sehr schöne Methode! Für den Einsatz in der Mediation könnte ich mir vorstellen damit die Bedürfnisse und Interessen herauszuarbeiten, die hinter den einzelnen Positionen stecken. Ich werde das mal versuchen. Danke für die Anregung !
    Herzlichst
    Gudrun Turek-Lima

    • Methoden sagt:

      Hallo Frau Turek-Lima, vielen Dank für die Rückmeldung. Wir sind gespannt auf die Erlebnisse und wünschen viel Spaß.
      Herzlichst
      Gisela Krämer & Katja Jungmann

  2. Katja Keil sagt:

    Habe ich tatsächlich schon mal in der Mediation probiert – einfach weil ich vor 2 Jahren in Tschechien so schöne Babuschkas gefunden hab 🙂 und mir überlegt habe, wie ich sie verwenden könnte…von der großen dicken Position zum gar nicht kleinen innersten Bedürfnis.

    • Methoden sagt:

      Wie wunderbar, das klingt gut. Gar nicht kleines innerstes Bedürfnis, da hast du recht… nur weil es innen ist, muss es ja nicht kleiner sein. LG Gisela

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