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Wenn die eigene Bewegung die ganze Gruppe beeinflusst

Kurzbeschreibung

Froschhüpfen ist eine Kooperations- und Logikaufgabe für Gruppen. Zwei gleich große Teams stehen sich gegenüber und sollen vollständig die Seiten tauschen. Zwischen beiden Teams befindet sich genau ein freier Platz.

Die Aufgabe wirkt zunächst erstaunlich einfach: Jede Person darf sich nur vorwärts bewegen, entweder einen Platz weiter oder über genau eine Person hinweg auf den freien Platz.

Nach wenigen Bewegungen zeigt sich die eigentliche Herausforderung. Jeder einzelne Schritt verändert die Möglichkeiten aller anderen. Eine Bewegung, die im Moment sinnvoll erscheint, kann die gesamte Gruppe wenige Züge später in eine Sackgasse führen.

Die Gruppe muss beobachten, vorausdenken, miteinander kommunizieren und schließlich ein gemeinsames Vorgehen entwickeln.

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Ziel der Methode

Die Methode eignet sich, um Zusammenarbeit unmittelbar erlebbar zu machen. Sie fördert:

  • gemeinsames Planen und Problemlösen
  • Kommunikation und Abstimmung
  • vorausschauendes Denken
  • Wahrnehmung von Abhängigkeiten
  • Umgang mit Versuch und Irrtum
  • Reflexion von Führung und Verantwortungsübernahme
  • Verständnis dafür, wie Einzelentscheidungen ein Gesamtsystem beeinflussen

Gruppengröße

Mindestens 6 Personen.

Es werden zwei gleich große Teams mit jeweils mindestens drei Personen gebildet.

Bei einer ungeraden Gesamtzahl kann eine Person die Rolle als Prozessbeobachter:in übernehmen.

Bei größeren Gruppen können mehrere Durchgänge oder mehrere Spielfelder parallel aufgebaut werden.

Dauer

Ca. 15 bis 30 Minuten, abhängig von Gruppengröße, Anzahl der Versuche und Umfang der anschließenden Reflexion.

Material

Es wird kaum Material benötigt.

Hilfreich sind Bodenmarkierungen, Moderationskarten, Teppichfliesen oder Blätter, mit denen die einzelnen Plätze gekennzeichnet werden.

Es gibt immer genau einen Platz mehr als Teilnehmende.

Bei sechs Spielenden werden also sieben Plätze benötigt.

Aufbau

Die beiden Teams stehen sich in einer geraden Reihe gegenüber.

Bei drei Personen pro Team:

A → A → A → [ FREI ] ← B ← B ← B

Team A blickt in Richtung Team B.

Team B blickt in Richtung Team A.

Zwischen beiden Teams befindet sich genau ein freier Platz.

Diese Blickrichtung bleibt während der gesamten Aufgabe bestehen.

Die Aufgabe

Beide Teams sollen vollständig ihre Seiten tauschen.

Am Ende soll die Aufstellung so aussehen:

B ← B ← B ← [ FREI ] → A → A → A

Alle Personen aus Team A stehen damit auf der ursprünglichen Seite von Team B und umgekehrt.

Die Regeln

Jede Person darf sich ausschließlich vorwärts in ihrer ursprünglichen Blickrichtung bewegen.

Es gibt nur zwei erlaubte Bewegungen:

Einen Platz vorgehen

Ist der Platz unmittelbar vor einer Person frei, darf sie auf diesen Platz wechseln.

Eine Person überspringen

Steht unmittelbar vor einer Person jemand anderes und der Platz direkt dahinter ist frei, darf diese eine Person übersprungen werden.

Dabei gilt:

  • Es bewegt sich immer nur eine Person.
  • Es darf ausschließlich vorwärts gegangen oder gesprungen werden.
  • Rückwärtsgehen ist nicht erlaubt.
  • Die Blickrichtung wird nicht verändert.
  • Es darf nur eine Person übersprungen werden.
  • Der Zielplatz muss frei sein.
  • Die Reihenfolge der Personen innerhalb der Teams darf sich durch die erlaubten Bewegungen verändern.
  • Die Aufgabe ist erst gelöst, wenn beide Teams vollständig die Seiten gewechselt haben.

Durchführung

Die Spielleitung erklärt zunächst nur die Aufgabe und die Bewegungsregeln.

Anschließend beginnt die Gruppe selbstständig.

Die Spielleitung gibt keine Lösung vor und greift möglichst wenig in den Lösungsprozess ein. Sie achtet lediglich darauf, dass die Regeln eingehalten werden.

Nach jedem Zug befindet sich der freie Platz an einer anderen Position. Damit verändern sich gleichzeitig die Bewegungsmöglichkeiten der gesamten Gruppe.

Gerät die Gruppe in eine Situation, in der kein regelgerechter Zug mehr möglich ist, ist eine Sackgasse entstanden.

Dann beginnt die Gruppe erneut mit der Ausgangsposition.

Gerade diese Fehlversuche gehören zur Methode. Häufig verändert sich das Vorgehen von Versuch zu Versuch: Aus spontanem Handeln entstehen erste Absprachen, Strategien werden entwickelt und einzelne Personen übernehmen zeitweise Orientierung oder Führung.

Die Rolle der Prozessbeobachtung

Bei einer ungeraden Anzahl von Teilnehmenden übernimmt eine Person die Beobachtung des Gruppenprozesses.

Sie beteiligt sich nicht an den Bewegungen und verrät keine Lösung.

Beobachtet werden kann beispielsweise:

  • Wie beginnt die Gruppe?
  • Wird zunächst ausprobiert oder geplant?
  • Wer bringt Vorschläge ein?
  • Wer übernimmt Führung?
  • Wie reagiert die Gruppe auf unterschiedliche Ideen?
  • Wer behält den freien Platz im Blick?
  • Wer denkt mehrere Schritte voraus?
  • Wie wird mit einer Sackgasse umgegangen?
  • Verändert sich die Kommunikation nach einem gescheiterten Versuch?
  • Wann beginnt aus einzelnen Bewegungen ein gemeinsames Vorgehen zu werden?

Die Beobachtungen werden anschließend in die Reflexion eingebracht.

Reflexion

Nach erfolgreicher Lösung – oder nach mehreren Versuchen – wird der Gruppenprozess ausgewertet.

Mögliche Fragen:

  • Wie sind Sie an die Aufgabe herangegangen?
  • Wann haben Sie gemerkt, dass einzelne spontane Bewegungen nicht ausreichen?
  • Was hat Ihnen geholfen, den Überblick zu behalten?
  • Wie wurden Entscheidungen getroffen?
  • Wer hat zeitweise Orientierung übernommen?
  • Wie sind Sie mit unterschiedlichen Lösungsideen umgegangen?
  • Was passierte nach einer Sackgasse?
  • Wann wurde aus einzelnen Aktionen ein gemeinsames Vorgehen?
  • Was hat sich zwischen dem ersten und dem letzten Versuch verändert?

Spannend ist außerdem der Blick auf die eigene Position:

  • Haben Sie eher auf Ihren nächsten möglichen Schritt geschaut oder auf die gesamte Gruppe?
  • Wann mussten Sie warten, obwohl Sie selbst hätten handeln wollen?
  • Wann war Ihre Bewegung davon abhängig, was andere zuvor getan hatten?
  • Wann haben Sie etwas getan, damit jemand anderes später weiterkommen konnte?

Übertragung in den Arbeitsalltag

Nach der Spielerfahrung lässt sich der Transfer sehr konkret herstellen:

  • Wo erleben wir im Arbeitsalltag ähnliche Abhängigkeiten?
  • Wo optimieren wir unseren eigenen nächsten Schritt und verlieren dabei den Gesamtprozess aus dem Blick?
  • Wo müssen andere zuerst etwas tun, bevor wir weiterarbeiten können?
  • Wie gehen wir mit Situationen um, in denen wir selbst warten müssen?
  • Wie entstehen bei uns Entscheidungen: spontan, durch einzelne Personen oder durch gemeinsame Planung?
  • Was hilft uns, wenn ein eingeschlagener Weg in eine Sackgasse führt?

Damit wird aus einer einfachen Bewegungsaufgabe eine anschauliche Erfahrung darüber, wie Zusammenarbeit in voneinander abhängigen Systemen funktioniert.

Praxistipp

Die Methode gewinnt dadurch, dass die Spielleitung die Lösung nicht vorwegnimmt.

Auch Sackgassen sind wertvoll. Sie machen unmittelbar sichtbar, dass ein lokal sinnvoller Schritt für das Gesamtsystem ungünstig sein kann.

Besonders interessant ist deshalb weniger, wie schnell die Gruppe die Aufgabe löst, als wie sich ihre Zusammenarbeit auf dem Weg zur Lösung verändert.

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