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Provokative Kommunikation als Intervention

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Kurzer Inhalt der Methode Provokative Kommunikation

Die Wurzeln der Methode Provokative Kommunikation liegen in der Provokativen Therapie nach Frank Farrelly. Sie wird teils sogar als eigenständiger Gesprächsstil eingesetzt. Der Kern dieser Art, mit einem Patienten bzw. Klienten im Coaching zu arbeiten, ist auf provozierende Weise den Widerstand des Klienten zu wecken. Dies soll durch humorvolles überzeichnen des Problems/ Verhaltens des Klienten erreicht werden.

Dazu kann der Coach sich auf komische Weise für ein Problem oder Verhalten des Klienten begeistern, das eigentlich verändert werden soll – nach dem Motto: „Warum etwas ändern, läuft doch super?!“.

In dieser Methode sind außerdem die sonst untersagten Ratschläge erlaubt, allerdings (!) ausschließlich sinnlose oder idiotische. Diese sollen dazu dienen, dass der Klient über sich selbst lachen kann und Eigenanteile in seinem Problem entdeckt. Wichtig bei dieser Methode ist die grundsätzlich wertschätzende Haltung dem Klienten gegenüber.

Bausteine der provokativen Kommunikation

  • Ein gutes Verhältnis zum Klienten („tragfähige Beziehung“)
  • Mögliche auf das Problem bezogene Gedanken formulieren („Ihre Kollegin ist aber auch blöd. Erlaubt sich einfach eine eigene Meinung“)
  • Das Problem/ ein Verhalten als „Mittel der Wahl“ anbieten und übertrieben empfehlen
  • Idiotische Ratschläge geben
  • Witze als einfachster Bestandteil, um Distanz zum Problem zu schaffen. Wichtig: Klient und Coach können darüber lachen
  • Humor als Lösungsmittel vom Problem: Verhalten des Klienten auf wertschätzende Weise überzeichnen (nach Klein, 2002)

Bei der Provokanten Kommunikation gilt absolut:

Die Dosis macht das Gift.

Sie ersetzt also nicht das Erklären und die eigentliche Prozessarbeit.

Sie ist eher als Möglichkeit der Auflockerung zu verstehen.

Ziele

  • Distanz zum Problem schaffen
  • Neue Blickwinkel ermöglichen
  • Raum schaffen
  • Auflockerung des Prozesses

Quellen u.a.
Drath, K. (2012). Coaching und seine Wurzeln: erfolgreiche Interventionen und ihre Ursprünge. Freiburg: Haufe-Lexware.
Klein, S. (2002). Nicht immer nur nett sein: Provokanter Gesprächsstil.UGB-Forum,4, 207-209.

Einzelmethode oder Teilnehmerkreis: Einzel- und Team

Voraussetzungen

  • Gutes Verhältnis zum Klienten
  • Zugeneigte Körpersprache und non-verbale Kommunikation, die den „Augen zwinkernden“ Charakter der Methode deutlich macht
  • Veränderungsbereitschaft auf Seiten des Klienten
  • Diese Methode am besten bei Lieblingsklienten ausprobieren

Anekdoten / Beispiele aus der Praxis

Eine Kundin berichtet, dass sie uns ihr Mann morgends immer zusammen frühstücken können. Meist deckt sie den Tisch und gibt sich dabei sehr viel Mühe, kocht Kaffee, stellt Blumen hin…

Heute morgen hat ihr Mann das Frühstück gemacht und es fehlte eine Tasse für sie. Sie beklagte sich über die Unaufmerksamkeit des Partners und dass er sich nicht genug Mühe gibt ect. Die provokante Kommunikation bestand darin, dass ich sie fragte: “Sie wollten Kaffee trinken?” “Ja!”

“Und was haben Sie gemacht? Haben Sie seine Tasse genommen oder aus der Kanne getrunken?”

Wir freuen uns über Ihre Beispiele. Schreiben Sie uns.

Eingereicht von Britta Fuchs

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