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Gruppenpuzzle oder Jigsaw-Methode

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Inhalt des Gruppenpuzzle bzw. der Jigsaw-Methode

Gruppenpuzzle findet seinen Ursprung in der Jigsaw-Methode. Diese Methode hat Anfang der siebziger Jahre der amerikanische Psychologe Elliot Aronson gemeinsam mit seinen Studenten entwickelt. Mit Hilfe der Methode erarbeiten sich die Teilnehmer selbständig Wissen und vermitteln es anschließend den anderen Lernenden. Dabei werden neben den kognitiven Fähigkeiten auch Sozialkompetenzen wie Teamfähigkeit, Kooperationsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein gefördert.

Vorbereitung

Das Seminarthema wird in vier Informationsbereiche (A; B; C; D) unterteilt. Zu jedem Bereich wird schriftlich ein sogenanntes Expertenblatt erstellt. Die vier Expertenblätter sollten in etwa einen gleich großen Informationsanteil haben und nicht aufeinander aufbauen.

Vorgehen

  1. Die Teilnehmer bilden Stammgruppen mit jeweils vier Teilnehmern. (Sollte es aufgrund der Teilnehmeranzahl nicht ganz aufgehen, besteht auch die Möglichkeit eine Dreier- oder Fünfer-Gruppe zu bilden.)
  2. Jede Stammgruppe erhält ein Expertenblatt zu jedem der vier Informationsbereiche A, B, C und D. Jedes Mitglied einer Stammgruppe setzt sich nun mit einem Bereich intensiv auseinander.
  3. Es findet ausschließlich Einzelarbeit statt und kein inhaltlicher Austausch.
  4. Nachdem jeder Teilnehmer seinen Informationsbereich bearbeitet hat, gehen die Teilnehmer aller Stammgruppen in Expertengruppen der einzelnen Informationsbereiche. Expertengruppe „Informationsbereich A“ findet sich zusammen, Expertengruppe „Informationsbereich B“ findet sich zusammen usw.
  5. In diesen Expertengruppen kommt es nun zum intensiven inhaltlichen Austausch und Unklarheiten können gemeinsam geklärt werden.
  6. Anschließend gehen die „Experten“ wieder auseinander und finden sich in ihren Stammgruppen zusammen. Jedes Stammgruppenmitglied ist nun „Experte“ eines Informationsbereiches und präsentiert es den anderen Stammgruppenmitgliedern in verständlicher Weise.
  7. Die einzelnen Präsentationen stellen die Puzzleteile dar und ergeben zusammen in der Gruppe ein Ganzes.

Tipp

Für die Gruppeneinteilung jeweils vier Karten einer Farbe mit dem Buchstaben A beschriften, weitere vier Karten einer anderen Farbe mit dem Buchstaben B beschriften usw. bis zum Buchstaben D. Die Stammgruppen orientieren sich nach den Farben und finden sich (z.B. alle blauen Karten bilden eine Stammgruppe). Die Expertengruppen orientieren sich nach den Buchstaben und finden sich (z.B. alle A’s bilden eine Expertengruppe).

Ziele

Eigenständige Wissensaneignung mit dem Nebeneffekt kognitive und soziale Fähigkeiten zu fördern

Quellen: unter anderem Wendorff, Jörg A.c(2012): Das Lehrbuch. Trainerwissen auf den Punkt gebracht. 2. Auflage. managerSeminare Verlags GmbH. Bonn.

Teilnehmerkreis: abhängig von der Anzahl der Informationsbereiche – mind. 12 Teilnehmer empfehlenswert

Benötigte Materialien
• alle Expertenblätter in Anzahl der Teilnehmer
• räumliche Gegebenheiten beachten

Geschätzter Zeitaufwand
• sehr zeitaufwändig – kann bei komplexen Themen mehrere Stunden betragen
• „leichtere“ Themen lassen eine zügige Wissens- und Verarbeitungsdauer der Teilnehmer zu und sind prima geeignet

Varianten: in Anlehnung an die Jigsaw-Methode

Anekdoten aus der Praxis

Meine Erfahrung ist, dass je mehr Informationsbereiche es gibt, umso mehr Durcheinander kann in der Gesamtgruppe entstehen beim Verstehen und Zusammenfinden. Als angehender Pädagoge habe ich mich auch das eine oder andere Mal mit meinen Kommilitonen völlig verwirrt mit bunten Karten, auf denen Zahlen oder Buchstaben draufstanden im Raum umherlaufen gesehen und nur Bahnhof verstanden. Was sich leider auch frustrierend anfühlt.

Ich möchte damit sagen, dass selbst „Profis“ sehr durcheinander reagieren können, wenn klare Ansagen fehlen. Die Ausgabe von Expertenblättern, bunten Karten – markiert mit Nummern oder Buchstaben erklären sich nicht von selbst.
Sich die Zeit am Anfang zu nehmen für eine klare und verständliche Arbeitsanweisung beugt Chaos vor.

Eingereicht von Katja Jungmann

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