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Tetra-Lemma oder Tetralemma

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DAS TETRA-LEMMA

Befindet man sich in einem sog. Di-lemma ist das „Tetralemma“ eine gute Methode für Mediationen und Coachings, den Handlungsspielraum zu erweitern indem der festgefahrene Blick auf nur zwei Möglichkeiten, die sich scheinbar ausschließen geöffnet wird. Die logische Figur des Tetralemmas stammt ursprünglich aus Indien bzw. dem Buddhismus und wurde von Insa Sparrer und Varga von Kibéd für die systemische Strukturaufstellung adaptiert….

Vorgehensweise bei der Methode Tetralemma

  1. Auf große Karten/Blätter „A“ für „das Eine“ und „B“ für „das Andere“ schreiben
    Das EINE ist die im Moment favorisierte Option, das ANDERE die tendenziell weniger favorisierte. Es macht auch nichts, wenn es keine Tendenz gibt. Das Dilemma ist dann deutlich, wenn ein spürbarer Verlust droht, wenn eine Entscheidung gefällt wird. Das macht unbeweglich. Hier hilft das Tetralemma “Licht ins Dunkel zu bringen”.
  2. Karten einander gegenüber auf den Boden legen
    Stellen Sie sich nun zuerst auf die Karte „Das Eine“. Visualisieren Sie die Lösung. Spüren Sie in sich hinein. Wie fühlt sich die Option für Sie an? Welche Emotionen werden ausgelöst? Machen Sie jetzt eine Pause.
    Wiederholen Sie dasselbe mit der Karte „Das Andere“. Achten Sie auf Ihre Atmung, Körperspannung, lauschen Sie Ihrer inneren Stimme. Eventuell entstehen jetzt schon Hinweise.
  3. Wenn nicht, notieren Sie „Beides“ (A+B=C) auf eine weitere Moderationskarte. Oft sind die Optionen gar nicht so unvereinbar, wie es scheint. Legen Sie die Karte so über die beiden anderen, dass sie die Spitze eines imaginären Dreiecks bildet. Stellen Sie sich auf die Karte und spüren Sie in sich hinein: Schließen sich die Optionen tatsächlich aus? Wie könnte man sie vereinbaren? Können Teile aus beiden eine dritte Option bilden?
  4. Sind die Optionen noch immer unvereinbar schreiben Sie auf eine weitere Karte „Keines von Beidem“ = D. Karte so positionieren, daß sie eine Raute bildet. Stellen Sie sich nun darauf und betrachten Sie den Konflikt von außen
  • Wie ist er entstanden? Was ist der Grundkonflikt?
  • Wer oder was hat damit zu tun?
  • Welchen Vorteil habe ich unbewusst davon, mich nicht zu entscheiden/wenn der Konflikt weiter besteht?
  • Warum glaube ich, nicht mehr Möglichkeiten zu haben?

Hier weitet sich i.d. Regel der Blick auf weitere Optionen und es tauchen befriedigende Lösungen auf.
Falls nötig:

5. Schritt – eine weitere Karte mit „Das alles nicht und selbst das nicht“ – weder A, B, C, D = E.

Wählen Sie im Wortsinn einen neuen Standpunkt und legen Sie die Karte irgendwo abseits zu den anderen. Stellen Sie sich nochmals auf die Karte und füllen Sie von diesem Standpunkt aus den Raum mit völlig neuen Ideen die auch ganz „verrückt“ sein dürfen.

Wenn Sie möchten beginnen Sie dann den gesamten Prozess von vorne.

Zeitaufwand – ca. 45 Minuten oder mehr
Material – 5 große Karten, Stifte

Tipp: auch für den Selbstversuch gut geeignet 

Quelle

Insa Sparrer, Matthias Varga von Kibéd: Ganz im Gegenteil, Tetralemmaarbeit und andere Grundformen Systemischer Strukturaufstellungen – für Querdenker und solche, die es werden wollen. 6. Auflage. Carl Auer, Heidelberg 2009

Eingereicht von Katja Keilwww.fair-loesen.de

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