.

Innenschau – die drei Fragen der Achtsamkeit

Posted on

Achtsamkeit – die drei Fragen

Die drei Fragen stammen aus dem Naikan, (nai=innen, kan=beobachten) einer Methode der Innenschau, die von Ishin Yoshimoto (1916-1988) in Japan entwickelt wurde. Er war sowohl ein erfolgreicher Geschäftsmann als auch ein sehr religiöser Mensch. Beide Aspekte seiner Persönlichkeit bildeten die Grundlage für die Naikan-Methode.

Konflikte gehören zum täglichen Leben ebenso wie die Facetten unserer Persönlichkeit, dies zu würdigen und anzuschauen ist das Ziel und der Anlass dieser Methode.

Hierzu werden drei Fragen gestellt, ausschließlich im Fokus auf sich selbst!

Die drei Naikan-Fragen in einem Konflikt

  • Was hat diese / die andere Person für mich getan?
  • Was habe ich für diese / die andere Person getan?
  • Welche Schwierigkeiten habe ich dieser / der anderen Person bereitet?

Die Frage nach den Schwierigkeiten, die die andere Person uns bereitet hat, wird bewusst nicht gestellt, denn dadurch wird eigene Handlungsmacht abgegeben. Das Zitat von Herrn von Schlegel sagt dazu:

Es ist unmöglich, jemandem ein Ärgernis zu geben wenn er’s nicht nehmen will.

Friedrich von Schlegel

Die Fragen sollen aus der Erinnerung, möglichst präzise und nach Tatsachen beantwortet werden – fordert und fördert Achtsamkeit und Wertschätzung.

Ziele

  • Wahrnehmung für die Situation schärfen
  • Gefühle klären
  • Systemische Zusammenhänge erkennen
  • Eigenverantwortung übernehmen
  • Möglichkeiten erkennen

Die Methode ist geeignet z.B. als schriftliche Hausaufgabe in der Phase der Konflikterhellung
Was wird benötigt: Schreibmaterial, STILLE, 60 Minuten Zeit
Quelle: Naikan Praxisbuch I, Steinke Gerold (Hrsg.); Müller-Ebeling Claudia

eingereicht von: Katja Keil www.fair-lösen.de

Share Button

4 thoughts on “Innenschau – die drei Fragen der Achtsamkeit

  1. Ingeborg Krüger sagt:

    Danke, diese Methode wurde mir, 73 vor einer Kur in 2003 seitens der Chiroprakt. empfohlen. Empfand sie hilfreich, war jedoch nicht konsequent; bei der aktuell erbetenen Beratung einer Freundin, 52 googelte ich Naikan, erkenne meinen „Rückfall“ in die Opferrolle (nach Mutters Tod) gegenüber der Schwester, 68.

  2. Moderatorin: Gisela Krämer sagt:

    Liebe Frau Krüger, danke für Ihren Praxiskommentar. Das klingt nach einer gelungenen Abgrenzung.
    Gisela Krämer

  3. Ingeborg Krüger sagt:

    Sehr geehrte Frau Krämer, bei heutiger/ 13. Mai 2018 Papierdurchsicht (bewahrenswert und was nicht) stoße ich auch auf meinen heutigen Aufruf „Innenschau – die drei Fragen der Achtsamkeit“) und Ihre Antwort, ganz herzlichen Dank!

    Mutter, Schwester, eine Freundin signalisierten in dieser 2010er Dekade Rückzug – in Folge (Schweigen). De facto schrieb ich dennoch Grüße zum Geburtstag, Ostern u. Weihnachten, die unbeantwortet blieben (Mutter starb vor Weihnachten 2006, besuchte sie zuvor zu Muttertag, was -wunderbar!- versöhnlich war, sie in Hausbetreuung seitens ihrer kroat. Pflegerin.)

    Ich bin unsicher, ob ich falsch handelte, dass heißt, das Signal des Rückzugs nicht respektierte, mein Harmoniebedürfnis stattdessen auslebte. D.h. im Schreiben dieser Zeilen erkenne ich wohl, die Kontakte loszulassen.
    Herzlich, Ingeborg Krüger

    • Methoden sagt:

      Hallo Frau Krüger, ich würde Ihnen gerne meine Sicht zu Ihrer Überlegung mitteilen, wenn ich darf. Zwei unterschiedliche Bedürfnisse, die im Widerstreit stehen bedürfen der Achtsamkeit. Welches hat wann den Vorrang? Ich finde, dass der Besuch am Muttertag bei der Mama so einen schönen Kontakt und Abschluss geschaffen hat, dass die Alternative, der Rückzug keine echte Alternative gewesen wäre.
      Vielleicht bedenken Sie einmal im Rückblick, ob das Signal des Rückzugs tatsächlich das Bedürfnis nach Rückzug und Abgrenzung war oder nicht eher ein Kontaktabbruch im Laufe von Konflikten. Das klingt mir eher danach. Dann war es auch folgerichtig, zur Mama zu fahren und die Beziehung wieder herzustellen. Wunderbar, wie Sie schreiben und wunderbar, das zu hören.
      Herzlich
      Gisela Krämer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.